E-Bike-Leasing: 0,25 Prozent und die 40-Prozent-Regel

Annika VoglerZuletzt geprüft am 26. Oktober 2026Quellen: StVG, EStG und Lohnsteuer-Handbuch
Dienstrad-Leasing ist kein Rabatt, sondern eine Verschiebung: Du zahlst aus dem Brutto statt aus dem Netto und versteuerst dafür die private Nutzung. Ob unterm Strich etwas übrig bleibt, entscheidet eine Zahl am Ende.

Wie der Vertrag gebaut ist

Das Lohnsteuer-Handbuch beschreibt die übliche Konstruktion: ein Rahmenvertrag zwischen Arbeitgeber und Anbieter, Einzelleasingverträge zwischen Arbeitgeber und Leasinggeber über die Räder – „mit einer festen Laufzeit von zumeist 36 Monaten“ –, ein Nutzungsüberlassungsvertrag zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, und eine Änderung des Arbeitsvertrags, in der das Gehalt um einen festgelegten Betrag herabgesetzt wird: die Gehaltsumwandlung.

Eine Bedingung entscheidet, ob die Steuerregel überhaupt greift

Wortgenau aus demselben Schreiben: Die Gestellung setzt voraus, „dass der Arbeitgeber und nicht der Arbeitnehmer gegenüber dem Leasinggeber zivilrechtlich Leasingnehmer ist“. Steht dein Name im Leasingvertrag, ist es kein Dienstrad, sondern eine Privatfinanzierung mit Zusatzschritten – und die 0,25-Prozent-Bewertung gilt nicht.

Die Bewertung der privaten Nutzung

Die gleich lautenden Erlasse vom 9. Januar 2020 kennen zwei Fälle. Randnummer 1 ist der Grundfall: 1 Prozent der auf volle 100 Euro abgerundeten UVP. Randnummer 2 ist der Fall, der heute fast immer gilt – erstmalige Überlassung nach dem 31. Dezember 2018 und vor dem 1. Januar 2031: ab 2020 1 Prozent eines auf volle 100 Euro abgerundeten Viertels der UVP.

UVPViertelabgerundet1 % davon im Monat
1 999 €499,75 €400 €4,00 €
2 499 €624,75 €600 €6,00 €
3 499 €874,75 €800 €8,00 €
4 999 €1 249,75 €1 200 €12,00 €
6 999 €1 749,75 €1 700 €17,00 €

Die Reihenfolge ist nicht beliebig: erst vierteln, dann abrunden. Bei 3 499 Euro macht das acht Euro statt neun – kleine Beträge, aber sie zeigen, dass der Erlass genau gelesen werden will. Randnummer 3 stellt zudem klar, dass die Freigrenze für Sachbezüge nach § 8 Absatz 2 Satz 11 EStG hier nicht gilt.

Der Restwertkauf, Schritt für Schritt

1Laufzeit endetmeist nach 36 Monaten.2Angebot kommtoft rund 10 % des UVP.3Finanzamt rechnet40 % der abgerundetenUVP.4DifferenzArbeitslohn von dritterSeite.
Der Schritt, den Werberechnungen auslassen.

Die Vereinfachungsregel steht ausdrücklich unter einer Bedingung: Sie gilt für ein Rad, das „nach 36 Monaten Nutzungsdauer übereignet wird“. Bei kürzeren oder längeren Laufzeiten ist sie kein Automatismus. Und sie ist eine Obergrenze mit Hintertür: „Ein niedrigerer Wert kann nachgewiesen werden“ – wer belegen kann, dass vergleichbare Räder real billiger gehandelt werden, darf diesen Wert ansetzen.

Die eine Frage vor der Unterschrift

Übernimmt der Anbieter die Pauschalversteuerung nach § 37b Absatz 1 EStG? Bei einem Rad für 3 499 Euro und 40 Prozent Grenzbelastung sind das rund 404 Euro Unterschied – mehr, als die meisten beim Modellvergleich herausholen. Die Antwort gehört schriftlich in den Vertrag, nicht ins Beratungsgespräch.

Der Fall ohne jede Steuer

Gibt der Arbeitgeber das Rad zusätzlich zum Gehalt, greift § 3 Nummer 37 EStG und es fällt gar kein geldwerter Vorteil an. Die Vorschrift nennt genau diese Bedingung: „zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn“, und sie gilt nur für ein betriebliches Fahrrad, „das kein Kraftfahrzeug im Sinne des § 6 Absatz 1 Nummer 4 Satz 2 ist“ – ein S-Pedelec fällt also heraus. Wo diese Grenze verläuft, steht auf der Seite Pedelec oder S-Pedelec.

Rate aus dem Bruttospart SteuerGehalt sinkt um die Rate.Netto zahlst du weniger.Dein Arbeitgeber istLeasingnehmer.Geldwerter Vorteilkostet Steuer1 % eines Viertels der UVP.Freigrenze gilt nicht.Monatlich, die ganze Laufzeit.Restwertkaufkostet nochmal40 % der abgerundeten UVP.Differenz ist Arbeitslohn.Außer der Anbieter pauschaliert.
Drei Posten: einer spart, zwei kosten. Der Saldo ist das Ergebnis des Rechners.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der geldwerte Vorteil beim Dienstrad?

1 Prozent eines auf volle 100 Euro abgerundeten Viertels der UVP pro Monat, bei erstmaliger Überlassung zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 31. Dezember 2030.

Muss mein Arbeitgeber Leasingnehmer sein?

Ja. Das Lohnsteuer-Handbuch verlangt ausdrücklich, dass der Arbeitgeber und nicht der Arbeitnehmer zivilrechtlich Leasingnehmer gegenüber dem Leasinggeber ist.

Warum wird der günstige Restwertkauf besteuert?

Weil der Vergleichsmaßstab der übliche Endpreis ist, nicht der Kaufpreis. Nach 36 Monaten dürfen dafür vereinfachend 40 Prozent der abgerundeten UVP angesetzt werden; die Differenz ist Arbeitslohn von dritter Seite.

Gilt die Sachbezugsfreigrenze von 50 Euro?

Nein. Randnummer 3 der Erlasse vom 9. Januar 2020 schließt die Freigrenze nach § 8 Absatz 2 Satz 11 EStG für diese Fälle aus.